
Surrealistische Kunst von Rico Kahmann
Manche sehen eine Wand, andere ein Gesicht.
Rico Kahmann gehört zur zweiten Gruppe.
Seine Arbeiten entstehen irgendwo zwischen Beobachtung, Fantasie und der hartnäckigen Unfähigkeit, Dinge einfach so zu sehen, wie sie sind.
Was zunächst vertraut wirkt, benimmt sich auf den zweiten Blick plötzlich ziemlich merkwürdig:
Körper verschwinden in Formen.
Linien entwickeln ein Eigenleben.
Und manchmal taucht etwas auf, das vorher ganz sicher noch nicht da war.
Das muss man nicht verstehen. Hinsehen reicht fürs Erste.
Drei Ausdrucksformen ▸ Eine etwas schräge Sicht auf die Welt



Malerei
Hier wird’s bunt: Kräftige Farben treffen auf Körper, Flächen und Formen, die nicht immer das darstellen, was sie eigentlich sollten.
Vieles entsteht, weil der Pinsel lieber seinen eigenen Weg gehen will:
Farbe kommt dazu, anderes verschwindet wieder und irgendwann ist der Moment erreicht, an dem weiteres Herumfummeln vermutlich keine Verbesserung mehr wäre.
Grafiken
Weniger Farbe, aber nicht unbedingt weniger seltsam:
Linien, Licht und Schatten reichen oft aus, damit plötzlich Gesichter, Körper oder Räume entstehen, die vorher eigentlich gar nicht da waren.
Der Rest passiert beim Hinsehen.
Fotografien
Fotografie muss nicht immer zeigen, wie etwas aussieht. Manchmal ist interessanter, wie es sich anfühlt.
Bewegung, Unschärfe, Licht und starke Kontraste lösen das Vertraute auf.
Sie machen aus einem realen Moment etwas, das irgendwo zwischen Wirklichkeit und Vorstellung hängenbleibt.
Über den Künstler

Rico Kahmann zeichnete schon in der Schule lieber, als dem Unterricht zu folgen.
Rückblickend war das vermutlich auch nicht die schlechteste Entscheidung.
Kunst studiert hat er nie. Stattdessen hat er ausprobiert, verworfen, übermalt, fotografiert, wieder von vorn angefangen.
Und wahrscheinlich länger auf merkwürdige Formen, Schatten und Gegenstände gestarrt, als gesellschaftlich üblich ist.
Daraus entwickelte sich mit den Jahren eine eigene Bildsprache zwischen surrealen Formen, kräftiger Farbe, reduzierten Linien –
und dem ständigen Verdacht, dass Dinge mehr sein könnten, als das, wonach sie zunächst aussehen.
Seine Arbeiten entstehen nicht, um dem Betrachter eine fertige Erklärung mitzuliefern.
Stattdessen dürfen sie Fragen stellen, sie dürfen irritieren und sie dürfen einfach gefallen.
Ohne dass man dafür anschließend einen kunsthistorischen Aufsatz schreiben muss.
Inzwischen befinden sich Arbeiten von Rico Kahmann in privaten Räumen und Sammlungen.
Was Menschen darin erkennen, ist dabei oft etwas völlig anderes als das, was ursprünglich zur Idee geführt hat.
Und genau das macht die Sache interessant.